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SV Waldhof baut Jugendzentrum


(tet) „Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann man sich nicht wünschen“, leitete Waldhof-Präsident Dr. Hans Joachim Bremme die heutige Pressekonferenz, die so viele Medienvertreter wie schon lange nicht mehr in die Jugendräume am Alsenweg lockte, ein. Wenige Tage nach den 100-Jahr-Feierlichkeiten des Traditionsklubs werden auf dem Waldhof die Bagger anrollen: Der lang ersehnte Jugendförderstützpunkt wird dem Verein sowie dem Mannheimer Norden zwei neue Kunstrasenplätze, eine neue Flutlichtanlage und einen Multifunktionsbau mit Räumen für Schiedsrichter, Trainer, Verwaltung, Gymnastik, Physiotherapeuten und vieles mehr bescheren. Noch wollte Bremme das (offene) Geheimnis nicht lüften, dass die drei Millionen Euro von Dietmar Hopp – genauer gesagt von dessen Stiftung – kommen. Er überließ dies Karl-Heinz Trautmann, dem Vorsitzenden der „Bürgerstiftung Mannheim“, die dem Geldgeber und -empfänger zwischengeschaltet ist.

Unser Bild zeigt von links: Stefan Kleiber (Stellv. Vorsitzender der Bürgerstiftung), Karl-Heinz Trautmann (Vorsitzender der Bürgerstiftung), SVW-Präsident Dr. Hans Joachim Bremme, Bürgermeister Dr. Peter Kurz, Hans Jürgen Pohl (Vorsitzender CEG & Förderkreis der Fußballjugend im SV Waldhof).

Die 1998 ins Leben gerufene Bürgerstiftung setzt sich für Mannheim ein und hat es sich zum Ziel gesetzt, hauptsächlich über Spenden erwirtschaftete Gelder „bürgernah“ zur Verfügung zu stellen. „Der SV Waldhof genießt einen sehr guten Ruf und hohe Akzeptanz in Deutschland. Außerdem verfügt er über eine große Fangemeinde und Tradition“, sagte Trautmann und zählte die bekannten Namen auf, die mit diesem Verein in Verbindung gebracht werden. „Nicht zu vergessen die hervorragende Nachwuchsförderung, die im Zentrum dieser Spende steht.“ Diese geht nämlich nicht auf direktem Weg an den Verein, sondern zunächst an die Bürgerstiftung, die die Mittel weiterleiten wird. Somit soll sichergestellt werden, dass vier Bedingungen erfüllt werden:

1. Die Spende darf von der Mannheimer Bürgerstiftung nur zweckgebunden zur Finanzierung des Neubaus eines Fußballjugendförderstützpunktes an der Seppl-Herberger-Anlage am Alsenweg in Mannheim und dessen Betrieb für drei Jahre verwendet werden.

2. Die Zusage der Spende ist ebenso wie die Auszahlung der Spende so zu gestalten, dass etwaige Drittgläubiger hierauf keinen Zugriff nehmen können.

3. Für den Fall der Zwangsvollstreckung in das Gebäude und die Kunstrasenplätze müssen diese in das Eigentum der Mannheimer Bürgerstiftung fallen, die es ausschließlich für gemeinnützige Zwecke der Förderung des Nachwuchssports zu verwenden hat.

4. Soweit für rechtliche Absicherungsmaßnahmen die Zustimmung der Stadt Mannheim erforderlich ist, ist diese vorab in der nötigen Form einzuholen.

Weitere Sponsoren ins Boot holen

All diese Punkte werden vertraglich abgesichert, garantierte Trautmann, der noch einmal bekräftigte, dass die Mittel ausschließlich der Jugendförderung und nicht dem Profibereich (sofern man in der Oberliga davon sprechen kann) zu Gute kommen werden. Desweiteren stehe die Bürgerstiftung als Garant dafür, dass es keine Einflussnahme von außen geben wird. Ziel aller Beteiligten ist, weitere Sponsoren zu generieren, die sich an diesem Projekt beteiligen. „Wir hoffen, dass sich so Synergieeffekte im Bereich des Sports, des Berufs sowie im Sozialen ergeben“, so Trautmann weiter.

„Wir danken Herrn Hopp dafür, dass er diesen Anschub geleistet hat“, erklärten Bremme und Trautmann, der anschließend ein Statement des Gönners verlas (siehe Ende dieser Seite), unisono. Das Projekt steht vorerst unter dem Arbeitstitel „Jugendförderzentrum im Mannheimer Norden“, Träger ist der SV Waldhof, der allein entscheiden wird, ob er die angebotene Hilfe des Hoppschen Kompetenzteams „Anpfiff ins Leben“ in Anspruch nehmen oder die Sache in Eigenregie führen wird.

„Auch andere Vereine im Mannheimer Norden werden vom neu geschaffenen Potenzial profitieren können“, erklärte Bremme. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für die Kooperationspartner FSV Oggersheim und TSG Weinheim. Neben dem Ausbau der fußballerischen Fähigkeiten soll jugendlichen Talenten hier die Möglichkeit gegeben werden, soziale Kompetenz zu erwerben. „Unser Ziel ist es, neben dem Fußballerischen auch die Persönlichkeitsbildung zu fördern“, so Bremme. Aus diesem Anlass wird es auch eine Schulaufgabenbetreuung geben. Mit einem Internat ist dies allerdings nicht gleichzusetzen. „Wir werden so bauen, dass Erweiterungen und Ergänzungen möglich sind“, sagte der Präsident. Und dazu könnte eventuell eben ein Internat gehören. Das sei allerdings nicht mit den jetzigen Geldern, sondern nur mit einer weiteren Unterstützung der Wirtschaft realisierbar.

Unterhalt für drei Jahre gesichert

Hans Jürgen Pohl, der als Vorsitzender des „Förderkreises der Fußballjugend im SV Waldhof“ das Projekt leiten wird, klärte über die Gelderverteilung auf: „Das Muster Walldorf hat gezeigt, dass jährlich rund 200.000 Euro für den Betrieb und die Instandhaltung des Zentrums aufgebracht werden müssen. Für uns heißt das: Wir werden 2,4 Millionen Euro verbauen und 600.000 Euro auf die Seite legen.“ Denn das Konzept Hopps sieht vor, dass sich das Waldhöfer Jugendzentrum drei Jahre lang alleine tragen soll. Danach muss das Kind laufen können. Im Mai werde mit dem Bau der Kunstrasenplätze begonnen, die nebeneinander im 90-Grad Winkel zum einzig verbliebenen Tennenplatz entstehen sollen. Zuvor werden die alten Flutlichtmasten abgerissen und anschließend durch neue ersetzt sowie Ballfangnetze installiert. Ein Betonklotz, in dem Toiletten und Geräte untergebracht sind, müsste noch dem Erdboden gleichgemacht werden, bevor der Spatenstich zum Multifunktionsbau erfolgen kann. Der ist für Mitte Juli, nach Fertigstellung der Kunstrasenplätze, geplant.


Auf diesem ausgedienten Tennenplatz werden ab Mai zwei neue Kunstrasenplätze entstehen.

Mannheims Sport-Bürgermeister Dr. Peter Kurz bejubelte einen „guten Tag für den Mannheimer Sport, an dem lang ersehnte Wünsche in Erfüllung gehen“. Auch er betonte seine Hoffnung, dass jetzt „auch andere dieses Projekt unterstützen“ und bekräftigte: „Die Stadt Mannheim wird dieses Projekt engagiert begleiten.“

Probleme, dass andere Vereine den Waldhöfern das „geschenkte“ Jugendzentrum neiden, sieht SVW-Präsident Bremme nicht, da auch andere Klubs davon profitieren. Und Kurz bemerkte, dass man Dietmar Hopp nur schwer dafür kritisieren könne, dass er sich derart sozial engagiert. „Irgendeinen Vorteil muss es ja haben, dass wir hier in einem sozialen Brennpunkt leben“, flachste Bremme und fügte hinzu: „Ich befürchte ja auch kein Lamentieren aus unserer Handball-Abteilung, die ebenfalls von diesen Mitteln nichts abbekommt.“

Der Befürchtung einiger Waldhof-Anhänger, Hopp tue dies alles nur, damit die TSG Hoffenheim in Zukunft die größten SVW-Talente abgreifen könne, trat Bremme mit schlüssigen Argumenten entgegen: „Erstens kann die TSG das jetzt schon tun, zweitens hat das der Waldhof früher auch gemacht.“
 


Statement zur Spende an den Jugendfußball des SV Waldhof

Ich habe den Verantwortlichen des SV Waldhof Mannheim eine Summe von rund drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, zur Förderung des Jugendfußballs in Mannheim nach dem Muster der Jugendförderzentren in Hoffenheim, Zuzenhausen und Walldorf.

Viele werden diese Entscheidung nicht verstehen, wo doch die TSG Hoffenheim und vor allem ich persönlich schon seit Jahren von vielen Waldhof-Anhängern weit unter der Gürtellinie attackiert werden.

Dies war auch der Grund warum ich diese Spende, die über die Mannheimer Bürgerstiftung an den SV Waldhof geleitet wird, anonym halten wollte, was aber leider scheiterte. Ich wollte nicht die Fantasie der mir nicht wohl gesonnenen Fans strapazieren, warum ich das tue.

Ich tue dies, weil gerade in Mannheim ein sozialer Brennpunkt vorhanden ist und weil gerade dort die Prinzipien unseres Konzeptes „Anpfiff ins Leben“ beispielhaft Früchte tragen können.

Die vier Säulen „Schulische Unterstützung, berufliche Orientierung, soziales Miteinander und der Fußballsport“ werden den Jugendlichen in den sozialen Brennpunkten den Weg ins Leben erleichtern.

Neben dem Bau der Infrastruktur soll diese Spende auch die Kosten der ersten drei Betriebsjahre decken, wobei ich hoffe, dass von Beginn an Sponsoren mit einsteigen, um den langfristigen Bestand des Förderzentrums zu sichern.

Unser Kompetenzteam „Anpfiff ins Leben“ wird den SV Waldhof auf Wunsch bei der Umsetzung des Vorhabens unterstützen.

Ich wünsche den Verantwortlichen des SV Waldhof eine glückliche Hand bei der Umsetzung dieses Projektes und habe volles Vertrauen, dass dies gelingen wird.

Walldorf, den 5. Januar 2007 Dietmar Hopp

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