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Der 'Vater' des ersten Bayern-Titels

tet. Der FC Bayern München ist der dekorierteste Fußball-Klub Deutschlands und mit 20 Meisterschaften Rekordtitelträger. Doch vor der „Goldenen Generation“ der Beckenbauers und Müllers verhielten sich die Roten eher unauffällig. In den ersten 69 Jahren ihres Bestehens heimsten sie nur einen Titel ein, den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1932. Es war ausgerechnet ein Mannheimer, der junge Oskar aus der Rohr-Dynastie, der die „Mutter aller Bayern-Triumphe“ sicherstellte. „Ossi“ Rohr, der später einer der ersten Auslandsprofis wurde und in Frankreich sein Geld verdiente, wäre am Dienstag 95 Jahre alt geworden. Die SportWoche würdigt die Verdienste des Mannheimers für den deutschen Fußball.

Ein Favorit für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft war nur schwer auszumachen. Mit Mannschaften wie Hindenburg Allenstein, Viktoria Stolp, dem Beuthener SuSV 1909 oder dem Plauener SuBC hatten sich einige Neulinge für die Endrunde 1931/32 qualifiziert, die eine sichere Prognose unmöglich machten. Auch der süddeutsche Vizemeister FC Bayern München wusste mit seinem Achtelfinal-Gegner SC Minerva Berlin nicht allzuviel anzufangen, setzte sich aber am Ende klar mit 4:2 durch. Und nach zwei weiteren Erfolgen gegen den Chemnitzer PSV (3:2) sowie dem 1.FC Nürnberg (2:0) standen die Münchner im Finale gegen Eintracht Frankfurt. Der junge Innenstürmer Oskar Rohr (20), den sie nur „Ossi“ nannten, hatte mit vier Toren erheblichen Anteil daran.
Am 12. Juni 1932 gaben die Riederwälder vor 55.000 Zuschauern im Nürnberger Stadion eigentlich den Ton an, vergaßen aber das Toreschießen. Als es neun Minuten vor der Pause zu tumultartigen Szenen im Frankfurter Strafraum kam, ahndete der Unparteiische ein Handspiel, über dessen Urheber sich die Chronisten uneinig waren und daher verschiedene Namen nannten. „Ossi“ Rohr war‘s egal: Er hämmerte den fälligen Strafstoß zum 1:0 ins Netz, der Grundstein zum Titel war gelegt. Franz Krumm erzielte eine Viertelstunde vor Schluss noch das 2:0. Was an diesem Tag keiner ahnte: Es sollte für 37 Jahre der letzte Meistertitel für die Bayern bleiben. Was aber erst recht niemand voraussehen konnte, war der Höhenflug, zu dem dieser Verein Jahre später ansetzen würde.
Für „Ossi“ Rohr, der am 24. April 1912 in Mannheim das Licht der Welt erblickte und zunächst beim MFC 02 Phönix, später beim VfR Mannheim kickte, waren die Bayern in jenen Tagen nicht das Maß aller Dinge. 1930 war Rohr vom Rhein an die Isar gewechselt und träumte davon, mit dem Fußball seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch das Profitum war in Deutschland noch nicht eingeführt, also zog es ihn nur ein Jahr nach dem Titelgewinn in die Schweiz zum Grasshopper Club aus Zürich, 1934 schloss er sich dem französischen Spitzenteam Racing Straßburg an. In die deutsche Nationalmannschaft, für die er in vier Einsätzen fünf Tore erzielt hatte (darunter zwei beim 3:3 gegen seine „neue Heimat“ Frankreich), wurde er als „fahnenflüchtiger Profi“ nicht mehr berufen. Der Fußball nannte ihn einen „Gladiator, der sich im Ausland verkauft“. Rohr kümmerte dies wenig. Mit den Elsässern holte er auf Anhieb die französische Vizemeisterschaft und etablierte sich in den vorderen Rängen der nationalen Torjägerliste. 1937 stürmte „Ossi“ Rohr mit den Straßburgern ins französische Pokalfinale (1:2 gegen Sochaux) und wurde mit 30 Treffern gefeierter Torschützenkönig. Seine 117 Erstliga-Tore für Racing sind bis heute klubintern unerreicht. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs flüchtete Rohr, der in Nazi-Deutschland zur „Unperson“ erklärt worden war, aus der Grenzstadt Straßburg ins südfranzösische Sète. Der dortige Fußballklub hatte in den 30ern zwei Meisterschaften gewonnen, ob Rohr jedoch für den FC Sète spielte, ist nicht belegt. Ebenso wenig die Mutmaßung einiger deutscher Zeitschriften, er habe in der Fremdenlegion gedient. 1942 wurde Oskar Rohr von deutschen Truppen aufgegriffen und ins Konzentrationslager Karlsruhe-Kieslau nahe seiner Heimatstadt gesteckt. Von hier aus musste er an die Ostfront, wo er wenigstens in einer „Heeresflak-Auswahl“ wieder Fußball spielen durfte – und gegen die „Luftnachrichten“ fünf Mal einnetzte. Ein fußballbesessener deutscher Pilot, der Rohr an der Front erkannt hatte, flog ihn unmittelbar vor Kriegsende kurzerhand in die Heimat. Obwohl schon weit über 30, schnürte „Ossi“ Rohr noch einige Jahre unter anderem für den VfR Mannheim, wo er mit seinem Neffen Philipp („Fips“) zusammen spielte, und den SV Waldhof in der Oberliga die Stiefel. Nach seiner Fußballer-Laufbahn arbeitete Rohr für die Mannheimer Stadtverwaltung. In Straßburg wird er noch immer als einer der besten Spieler, die je das blaue Racing-Trikot überstreiften, verehrt.
Als „Ossi“ Rohr am 8. November 1988 starb, hatte es seinen Großneffen Gernot Rohr längst ebenfalls nach Frankreich zu Girondins Bordeaux verschlagen. Den Klub von der Atlantikküste führte Gernot als Trainer 1996 ins UEFA-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München, für den er – wie sein Großonkel – auch gespielt hatte. Die Bayern holten den Pott – es war bei weitem nicht ihr erster. Den hatte Oskar Rohr 64 Jahre zuvor gewonnen.

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