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SpVgg Neckarelz - Das Märchen begann vor acht Jahren




Wie die SpVgg Neckarelz vom Fast-Absteiger in der Landesliga zum Herausforderer der Bayern im DFB-Pokal wurde

Neckarelz. Noch zweimal schlafen und das Fußballmärchen findet sein (vorläufiges?) Happy-End. Verbandsligist SpVgg Neckarelz erwartet als klassentiefster Verein in der 1. Runde des DFB-Pokalwettbewerbs am Sonntag, 2. August, um 17.30 Uhr in der bereits seit Tagen ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim den FC Bayern München.

Mijnheer Van Gaals „Mir-san-mir-Kicker“ treffen im ersten Wettbewerbsspiel der neuen Saison auf den Sechstligisten aus dem Odenwald, David gegen Goliath, der Außenseiter freut sich, der Favorit nimmt den Gegner ernst. Zweimal beobachtete Egon Coordes den badischen Pokalsieger, zweimal wollte er seine Erkenntnisse der RNZ gegenüber nicht preisgeben: „Ich sage nichts!“

Da jedes Märchen mit „es war einmal“ beginnt, wird man in Neckarelz die Zeit acht Jahre zurückdrehen, um an den Anfang der märchenhaften Geschichte zu kommen. Zu jener Zeit rangierte die SpVgg Neckarelz am Ende der Vorrunde trostlos auf einem bedrohlichen vorletzten Tabellenplatz in der Landesliga, die Alarmglocken schrillten. In der Winterpause zog der Sportliche Leiter und ehemalige Profi Norbert Starzak (Wormatia Worm, 1860 München) die Reißleine und verpflichtete mit Peter Hogen einen neuen Trainer. Zur damaligen Zeit keine unumstrittene Entscheidung des Perspektivdenkers Starzak, zumal der neue Coach gleich sein erstes Spiel beim SV Neckargerach verlor. Trainer der Neckargeracher damals war Stefan Strerath, heute Freund und Co-Trainer des A-Lizenz-Inhabers Hogen.

Doch von nun an ging’s bergauf. Peter Hogen sollte sich bald wie ein Märchenprinz fühlen. In der Rückrunde verlor die Spvgg Neckarelz dann kein Spiel mehr und feierte in der darauffolgenden Saison den Verbandsligaaufstieg.

Die Freude über den Aufstieg wich aber schnell der Trauer um den bei einer Bergtour tödlich verunglückten Norbert Starzak. Der Trainer, sein Präsident Dr. Thomas Ulmer und Abteilungsleiter Matthias Piringer rückten daraufhin noch mehr zusammen, um die Lücke zu schließen. Das Trio absolvierte seine erste Bewährungsprobe mit Bravour.

Eine zweite Prüfung folgte am 10. Juni 2007: Im entscheidenden Relegationsspiel um den Klassenerhalt in der Verbandsliga besiegte die SpVgg Neckarelz in Neidenstein die SG Dielheim im Elfmeterschießen 5:4. Während Rolf Langs letzter Elfer vom Innenpfosten ins Tor sprang, musste der Dielheimer Christoph Stenzel mit ansehen, wie sein Innenpfostenschuss dagegen parallel zur Torlinie ins Aus kullerte. Eine um ein Zentimeter differierende Flugbahn des Balls entschied über das Wohl und Wehe der SpVgg Neckarelz. Peter Hogen: „Bei einem Abstieg wäre das Team auseinandergefallen.“ Das Schicksal meinte es aber gut, die zweite Probe war bestanden.

„So ein Zitterspiel brauche ich wirklich nicht mehr“, gestand nach dem glücklichen Spielausgang Präsident Dr. Thomas Ulmer. Der Verein reagierte und verstärkte das Team systematisch. Aus einer Fahrstuhltruppe erwuchs ein gestandener Verbandsligist, der in der abgelaufenen Saison lang um den Aufstieg mitspielte, um letztlich auf einen vierten Platz im Endklassement zu landen.

Wahrgenommen wurde die SpVgg Neckarelz aber erst aufgrund ihrer Erfolge im badischen Pokalwettbewerb. Stuften die meisten den 4:0-Erfolg über den Oberligisten VfR Mannheim noch unter „kann vorkommen“ ein, staunte die nordbadische Fußballszene, als die Spvgg Neckarelz mit ihrem 3:2-Halbfinalsieg nach Verlängerung über den Regionalligisten SV Waldhof die Endspielteilnahme gegen den Drittligisten SV Sandhausen in der Tasche hatte.

Der Rest ist noch in frischer Erinnerung: Bogdan Müllers Treffer in der 40. Minute besiegelte den Pokaltriumph und es passte in die fabelhafte Welt der Renate Lingor, dass die ehemalige Frauenfußball-Nationalspielerin vom benachbarten SC Klinge Seckach am 27. Juni die Paarung SpVgg Neckarelz gegen FC Bayern München zog, und das Märchen, von dem so viele träumen, für die „Odenwälder Buwe“ wahr machte.

Und solange sie nicht gestorben sind, wird dieser 2. August 2009 für sie immer leben...

Quelle: Jürgen Schmidt, Rhein-Neckar-Zeitung 31.07.2009

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