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FUSSBALL » KREISKLASSE A1 MA » TSV NECKARAU » ARCHIVhuch
Die Kreisklasse A1 MA wird präsentiert von
11.07.06
Vereinschronik: Einst am Waldweg zu Hause
tet. Jahrelang fristete der TSV Neckarau ein unbekümmertes Dasein im Schatten des großen Nachbarn VfL. Zwischen den beiden Klubs besteht zwar eine gesunde, aber friedliche Rivalität, wie sie unter Vereinen aus demselben Stadtteil nunmal üblich ist. TSV und VfL sitzen sich sogar fast auf der Pelle, liegen doch ihre beiden Sportanlagen am Neckarauer Waldweg (VfL) und am Kiesteichweg (TSV) nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Die Wenigsten wissen aber, dass ursprünglich der TSV am Waldweg zu Hause war und das der frühere KSC-Profi Stefan „Stepps“ Groß, der vor knapp zwei Jahren seine aktive Laufbahn 50-jährig beim VfL beendete, aus der Jugend des TSV stammt. In den vergangenen Spielzeiten gelang es den Rot-Weißen vom Kiesteichweg, die kürzlich das 100-jährige Bestehen ihrer Fußballabteilung begingen, am VfL vorbeizuziehen – wenn auch nur vorübergehend.
1904 formierten sich in der 1899 aus der Taufe gehobenen „Freien Turnerschaft“ die Fußballer aus dem Zusammenschluss dreier Klubs und wurden am Waldweg heimisch. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Mitgliederzahl auf immerhin 800 an, ab 1926 nannte sich der Klub „Arbeiter Turn- und Sportverein Mannheim-Neckarau“ und heimste als Mitglied des Arbeiter Turn- und Sportbundes (ATSB) einige regionale Titel ein. Doch 1933 war es mit dem Kicken erstmal vorbei, weil das Hitler-Regime den ATSB auflöste und alle dazugehörigen Vereine verbot. Erst am 2. März 1946 gründeten sich die Rot-Weißen, deren sozialistische Farben nicht von ungefähr kamen, im „Ratsstübel“ in der Friedrichstraße als Turn- und Sportverein Neckarau neu, und obwohl die schriftliche Abkürzung „TSV“ ist, wird der Klub damals wie heute einfach nur „TuS“ gerufen.
Das alte Gelände am Waldweg war nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht bespielbar, und während sich die Lokalrivalen vom VfL bereits mit den großen Mannschaften der Region messen durften und der VfR Mannheim die deutsche Meisterschaft in die Quadratestadt holte, musste der TSV Neckarau in der untersten Liga, der Kreisklasse B, antreten, wo er sich auch in den Niederungen festsetzte. Seine Spiele trug der TSV zunächst auf der Sellweide aus, und als die Stadt aus juristischen Gründen dem Verein die Rückgabe des Geländes am Waldweg verweigerte, pachteten die Rot-Weißen das Sportfeld des TB Jahn an der Casterfeldstraße.
Sportlich machte der TSV weniger von sich reden, vielmehr waren es die Streitereien um das Waldwegstadion, die die Neckarauer beschäftigten. Nach jahrelangen Prozessen gegen die Stadt Mannheim – der „TuS“ ging sogar bis vor den Nürnberger Gerichtshof – bekam der Klub sogar Recht, doch mittlerweile hatte es sich der VfL am Waldweg gemütlich gemacht und den Stadionausbau vorangetrieben. Immerhin erhielten die Rot-Weißen eine finanzielle Entschädigung, mit deren Hilfe sie ihr Domizil an der Casterfeldstraße weiter ausbauten. Doch infrastrukturelle Planungen der Stadt machten auch diese Heimat zunichte, 1958 wurde dem TSV ein erneuter Umzug verordnet, den er drei Jahre später vollzog: Am Kiesteichweg unweit des Waldwegstadions errichtete der Verein aus den Resten des alten Vereinsheimes eine Notbaracke und kickte auf einem bescheidenen Platz, der Rückgang der Mitgliederzahlen war beträchtlich. Während nebenan beim VfL zunächst ein Fritz Balogh und später die Gebrüder Rohr beachtliche Erfolge feierten, dümpelte der TSV weiter in der B-Klasse herum. Im Juni 1964 wurden schließlich das neue Vereinsheim und der Sportplatz offiziell eingeweiht – und schon ging es auch sportlich aufwärts. In der Folgesaison feierten die TSV-Fußballer mit dem Gewinn der Meisterschaft den Aufstieg in die A-Klasse, allerdings ging es nur ein Jahr später sofort wieder runter.
In jener Zeit kickte Stefan Groß in den Schülermannschaften des TSV, wechselte allerdings als D-Jugendlicher zum Stadtteil-Rivalen an den Waldweg. Der Werdegang des Abwehrspielers ist bekannt: Über die Stationen VfR Mannheim, Südwest Ludwigshafen und SV Neckargerach landete er schließlich beim Karlsruher SC, für den er zwischen 1980 und 1985 insgesamt 113 Bundesliga-Partien bestritt und immerhin 30 Tore erzielte – für einen Defensivspezialisten eine erstaunliche Zahl. In seiner Premieren-Saison 1980/81 waren es sogar 14, nur zehn Spieler – darunter ein Dieter Müller, Paul Breitner, Horst Hrubesch, Klaus Allofs oder Karl-Heinz Rummenigge – waren in dieser Spielzeit erfolgreicher als „Stepps“.
Mit nur einer Niederlage stieg der TSV 1971/72 erneut in die A-Klasse auf und sah sich bald mit dem VfL wieder in einer Liga vereint: Nachdem sich die Rot-Weißen 1974 in der Relegation (2:0 gegen die SpVgg 07) vor dem Abstieg gerettet hatten und der Nachbar aus der zweiten Amateurliga abgestiegen war, trennten die beiden Klubs in der folgenden Spielzeit gerade mal zwei Pünktchen voneinander – der VfL hatte das bessere Ende für sich und wurde Achter, der „TuS“ landete auf Rang neun. Doch nur eine Spielzeit später gingen die Wege wieder weit auseinander: Der VfL wurde Meister, der TSV verlor sein Abstiegsrelegationsspiel gegen Blau-Weiß mit 0:1.
Derweil machte die Anfang der 70er ins Leben gerufene Damenmannschaft von sich reden. In der neu gegründeten Bezirksliga eilten die TSV-Frauen, die komplett von der aufgelösten Abteilung des SV Chio Waldhof an den Kiesteichweg gekommen waren, von Sieg zu Sieg und gewannen mit 26-0 Punkten und 46:4 Toren die Meisterschaft. Noch heute sind die kickenden Damen das Aushängeschild des TSV, immerhin spielen sie in der Verbandsliga.
Die Herren rutschten derweil innerhalb ihres Stadtteils sogar auf Rang drei zurück, selbst der VfB Kurpfalz zog in der B-Klasse nun an den Rot-Weißen vorbei. Aber schon bald rückte der TSV die Kräfteverhältnisse wieder zurecht, erzielte in der Runde 79/80 die beeindruckende Bilanz von 23-0-1 und distanzierte im Kampf um den Aufstieg den hartnäckigen Verfolger Eintracht Plankstadt (22-1-1) um einen Zähler. Fast wäre dem „TuS“ sogar der Durchmarsch gelungen, doch in der folgenden A-Liga-Saison erwies sich die Reserve des VfR Mannheim als eine Nummer zu groß und vier Punkte zu stark, immerhin wurden die Rot-Weißen Vizemeister.
Der TSV Neckarau etablierte sich in seiner „Wunschklasse“ und nahm nun langsam aber sicher die Bezirksliga ins Visier. In der Saison 1991/92 wurde schließlich der Traum des TSV-Gönners und langjährigen Abteilungsleiters Rolf Scheringer wahr: Mit fünf Punkten vor der TSG Plankstadt stieg die Elf von Trainer Jürgen Braun erstmals in die Bezirksliga auf, wo sie sich auch auf Anhieb festsetzte.
Nur mit sehr viel Pech musste sich der „TuS“ 1997/98 wieder verabschieden. Als Fünftletzter (!) gingen die Rot-Weißen in die Abstiegsrelegation, vergeigten gegen Jadran Mannheim eine 1:0-Pausenführung und unterlagen nach Verlängerung – die bittere Rückkehr in die A-Liga war besiegelt. Und als Scheringer nach über 30-jähriger Tätigkeit seinen Posten räumte und der Kader auseinanderbrach, wurde dem TSV der Durchmarsch nach unten prophezeit. Typischer Fall von „Denkste“, denn das neuformierte Team stürmte überraschend auf Platz zwei und setzte sich in zwei mitreißenden Relegationsspielen gegen die DJK Sandhofen (2:0) und den FV 03 Ladenburg (2:1) durch – die sofortige Rückkehr in die Bezirksliga war perfekt!
Auch im Jugendbereich wurde am Kiesteichweg gejubelt. Die D-Junioren gewannen 1997 die badische Meisterschaft, mit verantwortlich dafür die jungen Christoph Schöfthaler und Vincenzo Terrazzino, die in der C-Jugend gemeinsam zum SV Waldhof wechselten. Heute sind beide gestandene Oberliga-Spieler beim VfR Mannheim (Schöfthaler) und dem SV Sandhausen (Terrazzino).
Die erste Mannschaft gewöhnte sich derweil an Relegationsspiele. Anno 1999 setzte sie sich gegen die Reserve der SpVgg Ketsch durch, drei Tore von Serhat Bolca sicherten damals den 5:2-Erfolg, ein Jahr später zogen die Heckmann-Schützlinge allerdings gegen Olympia Neulußheim den Kürzeren. Trainer Peter Heckmann war 1997 an den Kiesteichweg gekommen und sollte das TSV-Schiff sechseinhalb Spielzeiten steuern. Auch nach dem Abstieg 2001 hielt man Heckmann die Treue, und das Vertrauen sollte sich bezahlt machen. Denn postwendend gewannen die Neckarauer die Meisterschaft in der Kreisliga A 1 und machten somit erneut den sofortigen Wiederaufstieg perfekt. Doch diesmal gab es gleich doppelten Grund zur Freude, denn auch die zweite Mannschaft holte in der C-Klasse den Titel. Eine Doppelmeisterschaft gab es zwar schon einmal Anfang der 80er Jahre zu feiern, doch damals spielten die Reserve-Teams noch außer Konkurrenz und nicht in einer richtigen Liga mit Auf- und Abstieg. Aber der doppelte Titelgewinn war bei weitem nicht der einzige Grund, der den TSV in Partylaune versetzte: „Die Nummer 1 in Neggara“, jubilierten die Rot-Weißen, denn der VfL hatte sich mittlerweile längst in der A-Klasse festgesetzt.
Einen schweren Rückschlag erlitt hingegen die Jugendarbeit der Rot-Weißen. Durch „üble Machenschaften der damals verantwortlichen Trainer“, erzählt Vorstand Claus Markel, wurde die in der Landesliga beheimatete A-Jugend zum MFC 08 Lindenhof in die unterste Spielklasse transferiert. Markel war es auch, der in der vorvergangenen Saison die undankbare Entscheidung zu fällen hatte, sich nach sechseinhalb Jahren von Heckmann zu trennen. „Er ist ein Pfundskerl“, bedauert der Vorstand den schweren Schritt noch heute. „Aber der Saisonstart 2003/04 war dermaßen katastrophal, dass plötzlich auch die Chemie mit der Mannschaft nicht mehr stimmte.“ Sozusagen in beiderseitigem Einvernehmen wurde die Zusammenarbeit noch vor der Winterpause beendet, als der TSV bereits abgeschlagen auf dem letzten Platz lag. Markus Stegili, langjähriger Akteur der „Ersten“ und zuletzt Spielertrainer der Reserve, wurde nach oben gezogen und ins kalte Wasser geworfen. Den Abstieg konnte Stegili nicht verhindern, aber der TSV wollte dennoch weiterhin auf den neuen Mann setzen – ehe ihn der SV Waldhof als Co-Trainer für seine Oberliga-Mannschaft abwarb. „Die Kreisliga“, sagt Markel, „ist schon unser Ziel. Mehr können wir uns aber nicht leisten.“ Landesliga-Fußball sei beim TSV auf lange Sicht nicht zu finanzieren. Auch deshalb konzentrieren sich die Rot-Weißen hauptsächlich weiterhin auf den Jugendbereich.
Die Kräfteverhältnisse im Süden Mannheims hat der VfL durch den Kreisliga-Aufstieg 2005 wieder zurecht gerückt. Derbys zwischen den benachbarten Klubs wird es also so schnell nicht geben. „Zwischen beiden Vereinen besteht natürlich eine gewisse Rivalität“, gibt Markel zu. „Aber wir haben keine Probleme miteinander.“ Mit seinem VfL-Kollegen Markus Eberle pflegt er ein hervorragendes Verhältnis. Das harmonische Nebeneinander hat auch im Meisterschaftsrennen der Kreisklasse A 1 der Saison 2004/05 keinen Schaden genommen.
Nach einem Intermezzo von Jürgen Müller als Spielertrainer wird ab der neuen Runde der frühere VfRler Markus Hilbert (zuletzt Spieler beim FC Rot) das Traineramt übernehmen. Erfreulich für ihn und sein Team: Erstmals startet der TSV mit einem Rasenplatz in die neue Runde. Das Gelände zwischen dem Hartplatz und dem Restaurant „Estragon“, auf dem sich ohnehin die ganze Zeit Rasen befand, wurde spielfähig gemacht und kürzlich eingeweiht.
Ob sich dies als Vorteil für die Rot-Weißen herauskristallisiert, muss sich zeigen. Ein Aufstieg in die Kreisliga würde dem TSV sicher gut zu Gesicht stehen. Dann könnte es auch wieder zum Derby mit dem VfL kommen. Und die Frage müsste neu geklärt werden, wer eigentlich die Nummer 1 ist, in „Neggara“.

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